Es war einmal ...


... in einer düsteren Nacht Mitte Oktober im Jahre 2013. Der NaNoWriMo (National Novel Writers Month) stand kurz bevor und ich war unschlüssig, ob ich erneut daran teilnehmen sollte. Immerhin hatte ich es häufiger nicht geschafft, die für den Schreibmarathon im November geforderten 50.000 Wörter zu schreiben, als die Herausforderung zu meistern (inzwischen steht es 3:3 zwischen mir und dem NaNo). Und eigentlich fehlte es mir auch an einer Idee. Ich hatte zwar ein Fantasy-Projekt im Kopf, allerdings glich mein Plotgerüst einem aus Stöckchen, Heftklammern und Klebeband zusammengeflickten Wolkenkratzer. Die Niederlage (oder der Einsturz) wäre also schon vorprogrammiert gewesen, nach fünf NaNos (nun sechs) kannte ich mich inzwischen gut genug.

 

Was aber sollte oder konnte ich stattdessen schreiben?

 

Im Bett liegend ging ich alle meine bisherigen Ideen durch und klopfte sie auf ihre NaNo-Tauglichkeit ab. Bei einer dieser Ideen blieb ich letztendlich hängen: Ein jugendliches Mädchen zieht mit Mutter und Vater in ein Haus, in dem neben der Familie ein verbitterter alter Mann wohnt. Durch Zufall findet das Mädchen heraus, dass es sich bei dem Mann um den Autor ihrer Lieblingsbücher – einer Serie um die Abenteuer des Barbarenkriegers Kroral – handelt. Dieser Autor aber gilt als seit Jahrzehnten verschollen, und sein Werk als unvollendet. Aus diesem Grund hat sich um seine Person ein regelrechter Mythos mit einer kleinen aktiven Fangemeinde entwickelt. Das Mädchen versucht nun mehr über den Alten herauszufinden, ein Umstand, von dem der Einzelgänger nicht gerade begeistert ist. So viel zur Grundstruktur, die im Detail natürlich noch komplexer ist, als es sich hier in wenigen Sätzen sagen lässt.

 

Sehr bald gab ich meinem Projekt den Titel ‚Barbar & Birnbaum‘ (ich mag Alliterationen). Und zwar weil ich den Roman auf zwei Ebene mit drei Perspektiven zu erzählen begann: Die erste Erzählperspektive ist die des Mädchens, die Zweite die des alten Mannes. Ihre Handlung findet auf der ersten Ebene statt, der der ‚realen‘ Gegenwart. Die dritte Erzählperspektive ist die des Barbaren Krorals. Dessen Erlebnisse tauchen quasi als Roman-im-Roman auf, denn immer wieder liest das Mädchen an unterschiedlichen Stellen der Handlung in einem alten Sammelband über den Krieger. Durch diesen Kniff hatte ich ausreichend Abwechslung während des NaNos und konnte zwischen Fantasy und Gegenwart hin und her springen. Im November kam ich deswegen ziemlich gut zurecht und schrieb doch recht entspannt 30 Tage lang meine täglich geforderten 1.667 Wörter. Durch diese Leichtigkeit beim Schreiben machte mir der NaNo ziemlich Spaß, auch wenn ich während der Arbeit immer wieder gefordert war, die Handlung zu entwickeln. Dabei half, dass sich wie von Zauberhand Motive der vorangegangenen Abschnitte aus den unterschiedlichen Perspektiven und Ebenen in die folgenden Abschnitte herüber retteten und so einen roten Faden bildeten. Außerdem machten mir die Kommentare aus dem Tintenzirkel, in dessen Nainitenbereich ich immer wieder Auszüge postetet, ziemlich viel Mut. Sowohl mein Konzept als auch meine Texte ernteten positives Feedback. Kurzum, ich fühlte mich sehr wohl mit ‚Barbar & Birnbaum‘ und hatte – nach zahlreichen unvollendeten Romanprojekten – endlich das Gefühl, ein für mich gut funktionierende Idee umzusetzen.

 

Deswegen gibt es auf dieser Seite, die sich ausschließlich ‚Barbar & Birnbaum‘ und dem Voranschreiten des Werkes widmet. Denn Schreiben ist für mich nicht nur die einsame Tätigkeit eines Schriftstellers in seinem stillen Kämmerlein, es ist für mich vor allem ein kommunikativer Akt. Betrachtet euch also als eingeladen, mich auf meiner Schreibweise zu begleiten und mit mir in Kontakt zu treten. Für Anregungen, Fragen und Kritik habe ich stets ein offenes Ohr.



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